Ziele sind für mich weit mehr als nur gute Vorsätze. Ohne eine klare Richtung verpufft jede Anstrengung im Alltag, denn wer sich keine Fixpunkte setzt, agiert im luftleeren Raum. Erst durch klare Ziele werden Fortschritte messbar und – was noch wichtiger ist – kontrollierbar. Sie fungieren wie ein Kompass, der einem den Weg weist, wenn sich die Sicht einmal eintrübt. Es geht um eine bewusste Orientierung, die aus vagen Wünschen greifbare Ergebnisse macht. Wer genau weiß, wofür er morgens aufsteht, entwickelt eine ganz andere Ausdauer als jemand, der lediglich in den Tag hineinlebt und auf gut Glück agiert. Diese methodische Herangehensweise hilft mir dabei, Erfolg weitgehend steuerbar zu machen, statt ihn dem Zufall zu überlassen.
Viele Gespräche mit einem guten Freund und das Lesen von Finanzbüchern öffneten mir die Augen und führten mir den Bedarf einer soliden Finanzplanung vor Augen. Die Erkenntnis war da, dass entgegen Norbert Blüms berühmter Aussage die Rente eben nicht sicher ist. Im Gegenteil könnte am Ende eines langen Berufslebens eine große Lücke klaffen, was ein aktives Gegensteuern notwendig macht.
Anstatt mich darauf zu verlassen, dass das System allein für meine Sicherheit sorgt, habe ich mich entschieden, mein eigenes Fundament zu gießen. Mein Weg orientiert sich dabei an einer zeitlosen Weisheit von Warren Buffett. Er sagte einmal, dass heute nur deshalb jemand im Schatten sitzen kann, weil jemand vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat. Ich pflanze diesen Baum in der Hoffnung, später gemeinsam mit meiner Frau, den Kindern und Enkeln beruhigt im Schatten sitzen zu können.
Nach meinen Berechnungen bedarf es neben den staatlichen Versprechen eines monatlichen Zusatzeinkommens von mindestens 1.400 €, um später über die nötige finanzielle Stabilität zu verfügen und unseren Lebensstandard dauerhaft zu sichern. Genau an diesem Punkt setzt meine Strategie an, die ich hier auf diesem Blog Schritt für Schritt dokumentiere.
Um mein Ziel von monatlich 1.400 € netto zu erreichen, habe ich eine Zielsumme von 672.000 € errechnet. Dabei kalkuliere ich konservativ mit einer Netto-Dividendenrendite von 2,5 %, was zu folgender einfachen Formel führt:
(672.000 € x 2,5 %) / 12 Monate = 1.400 € monatlich
Um im täglichen Börsen-Getöse nicht die Nerven zu verlieren, braucht es mehr als nur den Blick auf das ferne Ziel. Für mich ist es entscheidend, bewusst auf Abstand zum Marktrauschen zu gehen und mich stattdessen intensiv mit den Unternehmen selbst zu beschäftigen. Wenn ich verstehe, wie ein Geschäftsmodell funktioniert und wie stabil die Gewinne erwirtschaftet werden, lassen mich kurzfristige Kursschwankungen gut schlafen.
Dabei setze ich konsequent auf Stock Picking statt auf breit gestreute Standardlösungen. Indem ich meine Titel gezielt selbst auswähle und bewusst auf ETFs, Optionen oder Zertifikate verzichte, weiß ich zu jeder Zeit genau, was ich besitze. Ein wesentlicher Vorteil ist für mich die damit verbundene Qualitätskontrolle. Während man bei einem ETF zwangsläufig auch die schwächeren Werte eines Index mitkauft, möchte ich nach Möglichkeit nur erstklassige Unternehmen in meinem Aktienkorb liegen haben. Mein Fokus liegt auf wertorientierten Unternehmen mit einer soliden Dividendenpolitik, wobei mein Depot kein starres Gebilde bleibt. Wenn beispielsweise Giganten wie Meta beginnen, Dividenden zu zahlen, zeigt das eindrucksvoll, dass Wachstum und Ausschüttung exzellente Partner sein können.
Dividenden sind für mich das entscheidende psychologische Fundament. Regelmäßige Ausschüttungen beweisen, dass ein Unternehmen real in der Lage ist, Gewinne zu erwirtschaften – insbesondere wenn diese stetig erhöht werden. Das wirkt wie ein Anker, der den Markt für mich ein Stück weit beherrschbar macht und Angst sowie Gier im Zaum hält. Während die Kurse schwanken mögen, liefern starke Unternehmen weiterhin ihre Gewinne ab. Dieser greifbare Erfolg, den ich schwarz auf weiß auf dem Konto sehe, bildet die wahre Sicherheit meiner Strategie.
Niemand läuft einen Marathon, indem er nur auf die Ziellinie bei Kilometer 42 starrt. Ein langer Weg braucht motivierende Meilensteine. Diese müssen erreichbar sein und dürfen nicht in zu ferner Zukunft liegen. Besonders die ersten Etappensiege sind entscheidend. Jedes erreichte Zwischenziel ist für mich der Beleg, dass mein Plan funktioniert. Es gibt mir das nötige Vertrauen, auch dann dabeizubleiben, wenn es am Markt mal ungemütlich wird. In meiner Dokumentation stelle ich deshalb mein kalkuliertes „Soll“ regelmäßig dem tatsächlichen „Ist“ gegenüber. So feiere ich die kleinen Siege auf dem Weg zum großen Ziel.
Seit meinem Neustart im März 2023 investiere ich konsequent mit monatlichen Sparraten. In meiner Kalkulation berücksichtige ich Kurssteigerungen bewusst nur mit 2,5 % pro Jahr. Sämtliche Dividenden werden konsequent reinvestiert, um den Zinseszins-Effekt als Motor für mich arbeiten zu lassen.
Um diese langfristige Planung greifbar zu machen, nutze ich eine Übersicht für die kommenden Jahrzehnte. Die Grafik zeigt meine Kalkulation über einen Zeitraum von 29 Jahren bis zum Jahr 2048. Anhand der Depotwerte zum jeweiligen Jahresbeginn kann ich so jederzeit nachvollziehen, ob mein Fundament planmäßig wächst oder ob an bestimmten Stellen Anpassungen erforderlich sind.
Das folgende Diagramm zeigt die rechnerische Entwicklung der monatlichen Dividendenzahlung und stellt diese den tatsächlichen Ausschüttungen gegenüber.